Ihr Weg zum Blindenführhund!

Im Folgenden finden Sie Informationen zum Blindenführhund allgemein, unserem Ansatz vom Welpenkauf über die Ausbildung bis zur Gespannprüfung, sowie zu den Ausbildungskosten.

Der ausgebildete Blindenführhund im Dienst

Der ausgebildete Führhund im Dienst ermöglicht seinem Halter ein hohes Maß an Mobilität im Alltag. Dadurch steigen die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein. Er ist nicht nur Hilfsmittel sondern auch Partner.

Mensch und Hund müssen als Gespann zusammenpassen. Für die gemeinsame Arbeit sind Bindung und Vertrauen unerlässlich.

Der Hund muss souverän und entspannt in diversen Alltagssituationen und auf diverse Umweltreize reagieren.

Er hat in der Ausbildung als junger Hund im Führgeschirr oft bis zu 40 Hörzeichen erlernt.

Der Blindenführhund führt seinen Menschen:

  • geradeaus
  • er kann Richtungen ändern
  • zeigt Hindernisse an (auf dem Boden, der Seite und Höhenhindernisse)
  • zeigt Bordsteinkanten flach und hoch an
  • zeigt Treppen auf- und abwärts an
  • sucht auf Hörzeichen Ampeln, Zebrastreifen und quert Straßen
  • sucht Ein- und Ausgänge von Gebäuden und Verkehrsmitteln
  • zeigt Sitzplätze, Briefkasten, Theken oder Haltestellen auf Hörzeichen an
  • er zeigt Engstellen an und umgeht Baustellen oder sucht alternativ den Weg bei Vollsperrung
  • er schützt bei Gefahren wie Abgründen, Elektrorollern oder Autos und blockiert

Welpenauswahl

Es beginnt mit einer sorgfältigen Auswahl des Welpen bei einem vertrauensvollen Züchter!

Der Welpe muss gesund sein, Wesensfest und Lernbereitschaft zeigen. Mit ca. 10 – 12 Wochen beginnen die Welpen ihren neuen Lebensabschnitt bei uns im Haushalt oder in ausgewählten Patenfamilien. Diese werden fachlich angeleitet und begleitet.


Hier wächst er als Familienmitglied auf und lernt stubenrein zu werden. Er lernt sein Umfeld und seine Umwelt spielerisch kennen. Zielgerichtet und „vorsichtig“ wird er auf verschiedenste Umweltreize und Einflüsse vorbereitet. Er begleitet seine Familie in Auto, Bus,– und Bahn, in die Gastronomie, Einkaufszentren, zu Ausflügen etc.

Unsere Hunde besuchen zudem die Gruppenstunden unserer mobilen Hundeschulen, um früh im Kontakt mit anderen Menschen und Hunden verschiedenster Rassen, sowie unter Ablenkung und Umweltreizen zu arbeiten.

Grundgehorsam wird geübt und gefestigt, Freilauf und Abruf gearbeitet, Kommunikation mit anderen Hunden im Freilauf praktiziert. Zudem apportieren die meisten unserer Hunde und wir nutzen dies als Hilfsmittel – auch um Inhalte der Führarbeit spielerisch zu trainieren.

Der Welpe und Junghund muss in all diesen Situationen schon früh lernen entspannt und konfliktfrei zu reagieren. Denn nur so kann er stressfrei und konzentriert seine Arbeit machen und kann in der Pubertät darauf zurückgreifen. Zudem sind Ruhe und Entspannungszeiten unerlässlich.

In den verschiedenen Lebensabschnitten achten wir auf gute Motivation und auf die Arbeitsfreude des Hundes. Die Lernfreude hat eine hohe Priorität.

Wir trainieren unsere Hunde über positive Verstärkung!


Bereits in dieser Zeit hat der zukünftige Halter die Möglichkeit den Kontakt zu seinem Hund zu pflegen und in Absprache an Einheiten teilzunehmen.


Die Ausbildung des Führhundes beginnend im Alter von 12-15 Monaten im Führgeschirr

Die Ausbildung der Hunde zum Führhundes beginnt erst nach dem Gesundheitscheck und Eignung des Hundes zur Ausbildung als Blindenführhund. Diese wird ausschließlich von uns ausgeübt!

Wir beginnen mit der Führarbeit in ruhigen Wohngebieten. Dieses unter Ablenkungs- und Umweltreizen, welche schon hier von Tag zu Tag variieren können. Aufbauend werden die Trainingsorte und Zeiten gewechselt und verlagert in größere Städte.

Bereits erlernte Inhalte werden generalisiert und erweitert wie z.B. die Arbeit an einem kleinen Bahnhof mit einem Bahnsteig bis hinzu große Bahnhöfe die sehr komplex sind. Das heißt, mit vielen Gleisen, Aufzügen und ähnlichem. Großstadtelemente wie Bus, S-Bahn, Straßenbahn, Einkaufzentren, Fußgängerzonen usw. fließen ins Training mit ein. Die Trainingszeiten werden gesteigert und Ruhe und Entspannung in Gastronomie, Bus – und Bahn sind fester Bestandteil.

Verschiedene Inhalte werden kombiniert und in der praktischen Arbeit zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Hierzu gehören die Elemente aus dem Grundgehorsam, dem Freizeitverhalten und der Führarbeit.



Positive Verstärkung

Wir trainieren unsere Hunde ausschließlich über positive Verstärkung!

Ketten-, Würge- und Korallenhalsbänder oder sonstige Zwangsmittel werden strikt abgelegt.

Unsere Ausbildungsphilosophie basiert auf den neusten neurobiologischen Grundlagen und fokussiert einen konsequent liebevollen und freundlichen Umgang mit dem Hund. So kann er angstfrei, freudig und im Vertrauen mit seinem Menschen lernen und in seine Rolle hineinwachsen.



Die Einarbeitung des Blindenführhundes

Sobald der Blindenführhund in die Einarbeitung mit seinem Menschen geht, zieht er in sein neues zu Hause um. Alle Inhalte wie Sachkunde, artgerechte Haltung, Pflege, Tagesstruktur, Ernährung etc. sind mit dem Menschen erarbeitet und kommen nun aktuell zum Tragen. Aus der Theorie wird Praxis.

Mensch und Hund müssen sich aufeinander einlassen, Bindung und Vertrauen muss wachsen. Beide müssen sich aufeinander einspielen und Sicherheit muss fühlbar werden.

Der Halter muss die Körperreaktion des Hundes im Führgeschirr richtig deuten lernen und präzise und korrekte Hörzeichen geben. Zudem achten wir auf die positive Verstärkung des Hundes.

Wir arbeiten auch hier zuerst im engeren Umfeld, also am Wohnort des Halters. Die Einarbeit umfasst mehrere Wochen.

Zeiten und Inhalte werden individuell gestaltet und an die Lebenssituation des neuen Halters angepasst. Gesundheitliche Gegebenheiten, Arbeitssituation o.a. beachtet.

In der Einarbeit kommen die individuellen Ziele und Wünsche des Halters zum Tragen, da der Hund ihm zu mehr Selbstständigkeit verhelfen soll.

Unter Aufsicht und Anleitung der Ausbilderin wächst das Hund – Mensch Team in der Arbeit als Gespann in die zukünftige Arbeits- und Lebenssituation hinein.

Die Arbeit wird analysiert und evaluiert, denn die Sicherheit hat oberste Priorität.

Auch in der Freizeit übt der Mensch mit seinem Hund. Hierzu gehören Übungen aus dem Grundgehorsam, Freilauf und Abruf, Apportieren, gemeinsames Spiel.

Der Hund ist ein Vollzeitjob und kann nicht wie ein Stock in die Ecke gestellt werden.

Deshalb wünschen wir uns Menschen und Hunde die viele Jahre zufrieden, freudig und mit guter Motivation miteinander leben und voneinander profitieren.

Genau das versuchen wir zu vermitteln!



Die Gespannprüfung

Am Ende der Einarbeit steht immer eine Gespannprüfung. Diese wird von den Krankenkassen beauftragt.

Das Prüfungsteam besteht in der Regel aus zwei unabhängigen Prüfern.

Sie findet am Wohnort des Halters statt und umfasst alle in der Führarbeit relevanten Themen.



Es gibt auch noch ein „Nach“ der Einarbeitung

Auch nach der gemeinsamen Einarbeitung ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Mensch und Hund sind nun auf alleinige Arbeit und Handeln gestellt. Im Alltag kann es immer Mal wieder zu kleinen Hürden kommen. Diese gilt es gemeinsam zu überwinden.

Hierbei stehen wir als Ausbildungsstätte unterstützend und beratend zur Verfügung. Die Arbeit des Gespanns hat große Bedeutung und muss weiterhin aufrechterhalten werden.

Zusammenwachsen ist ein Prozess und bedarf Zeit.

Zudem liegt es uns am Herzen Kontakt zu unseren Menschen und Hunden zu behalten und immer mal wieder „Episoden aus der Arbeit des Gespanns“ zu erhalten.

Ausbildungskosten für einen Blindenführhund

Die Kosten für einen Blindenführhund setzen sich aus unterschiedlichen Positionen zusammen:

  • Zucht und Aufzucht
  • Ausbildung (circa 350 Stunden)
  • Tierarztkosten
  • Pflege- und Futterkosten
  • Führhund- und Hundezubehör
  • Kosten für die Einschulung zuzüglich. Fahrtkosten und ähnlichem (individuell variabel)

Hierzu erstellen wir nach einem gemeinsamen Gespräch und Kennenlernen, sowie beiderseitigem Gefühl einer guten und zielführenden Zusammenarbeit, gerne einen Kostenvoranschlag.

Bitte kontaktieren Sie uns!

ProfiHunde App für Blindenführhunde

Als Mitglied im Dachverband ProfiHunde empfehlen wir die offizielle App für Blindenführhund-Halter. Sie bietet alle wichtigen Informationen, Hilfestellungen und Materialien, die dich im Alltag unterstützen.Egal ob du neu dabei bist oder schon lange mit einem Führhund arbeitest: Diese App begleitet dich sicher Schritt für Schritt.

Die App bietet dir leicht verständliche Inhalte rund um Haltung, Pflege, Gesundheitsvorsorge, Training und rechtliche Grundlagen. Alle Informationen sind speziell für Blindenführhundhalter aufbereitet – übersichtlich, barrierefrei und jederzeit abrufbar.

Du kannst in deinem eigenen Tempo lernen, dein Wissen auffrischen oder neue Themen entdecken. Unser Ziel ist es, dir Sicherheit und Orientierung zu geben – im Alltag, im Straßenverkehr und in besonderen Situationen. Diese App soll dich dabei unterstützen, deinen Führhund bestmöglich zu verstehen, zu fördern und eine starke Partnerschaft zu entwickeln.